Dienstag, 10. Februar 2009

Projekt 52 - 06/09: Fernweh



"Das neue Wochenthema gefällt mir persönlich übrigens sehr gut, weil es gut zu meinem persönlichem Empfinden im Moment ganz gut passt. Es trägt übrigens den Titel Fernweh und wurde von Chris vorgeschlagen."

http://www.mondgras.de/sari02/index.php/2009/02/08/p52-09-06-wochenthema/

Diese Woche hatte ich zwei Motive zur Auswahl, die beide Fernweh symbolisieren. Das hier ist mein alter Globus, der mir beim Räumen zufällig vor die Füße gefallen ist. Er stammt aus meiner Kindheit, einige Länder existieren nicht mehr, aber die Birne in seinem Inneren funktioniert noch immer. Vor der nächsten Weltreise mit dem Zeigefinger muss ich das Ding aber erstmal entstauben. ;)

Das zweite Motiv findet ihr bei flickr:
http://www.flickr.com/photos/stiller/3269712613/

Freitag, 6. Februar 2009

Kindheit! Kindheit!



Nachdem annaKi über die Glücksbärchis bloggte, musste ich an diese Handpuppen denken, die mir meine Mutter mal gemacht hat, als ich noch sehr klein war. Gesucht, gefunden, geknipst. Seid neidisch! ;)

Donnerstag, 5. Februar 2009

Control

Die Sonne scheint über der Autobahn. Meine Tankleuchte blinkt. Bin eben erst losgefahren, aber an der Tanke auf dem Weg zur A60 standen sie bis auf die Straße. Egal, dachte ich mir, es kommt ja recht schnell eine Raststätte, die paar Cent stören nicht. Als es dann aber satte 8 Cent pro Liter waren, überlege ich es mir anders. Ich fahre einfach direkt wieder auf die Autobahn drauf, die nächste Tankstelle ist nur 20km entfernt.

Im Radio laufen die Killers, ich singe mit, plötzlich hupt es neben mir. Blick nach links, eine Kelle, Polizei, bitte folgen. Meine Güte, so schlimm ist Human nun wirklich nicht, war der erste Gedanke, der zweite: Was hab ich verbockt? Zu schnell? Kann nicht sein, bin spritsparende 110km/h gefahren. Gedrängelt habe ich auch nicht. Ich soll auf dem Standstreifen halten. Ich steige aus, der Polizist stellt sich fast auf meine Füße. Führerschein. Fahrzeugpapiere. Wohin des Weges? Woher kommen Sie? Studieren Sie dort? Was denn? Haben Sie Alkohol konsumiert? Drogen? Die grimmige Miene unterstreicht seine Worte. Ich rücke ein Stück nach, er folgt sofort. Keine zehn Zentimeter trennen ihn von mir. Seine Kollegin schaut in mein voll geladenes Auto. Warum sind Sie so flott über den Parkplatz gefahren? An der Tankstelle eben? Ja. Ich muss tanken, der Sprit war mir zu teuer, also bin ich weiter. Der Polizist lacht. Alles klar, hier haben Sie ihren Kram, gute Fahrt noch.

Ich sitze wieder im Auto, schnaufe kurz durch. Ich lasse mein Auto an, setze den Blinker, warte auf eine Lücke und fahre vom Standstreifen zurück auf die Spur. Noch ein bisschen überrumpelt von der Kontrolle fahre ich recht gemächlich weiter. Ein Kilometer weiter ragt plötzlich schon wieder eine Kelle aus einem Auto, einem anderen. Wieder soll ich folgen. Runter von der Autobahn, durch einen Kreisel in dem auch die Polizisten von eben stehen, die jemand anderen aus dem Verkehr gezogen haben. Wir halten auf einem Parkplatz. Ich steige aus, ein Polizist kommt auf mich zu. Guten Tag, reine Routinekontrolle. Dachte ich mir. Ihre Kollegen haben mich auch gerade schon kontrolliert. Wie? Die da vorne? Jup. Ach, deswegen waren Sie auf dem Standstreifen unterwegs? Jup. Na dann, fahren Sie weiter, gute Fahrt noch.

Lieber Kurt,...

...alles Gute zum 60. Geburtstag! :D

Liebes Wohnzimmer,...

...ich weiß, ich habe dich im letzten Jahr nur wenig aufgesucht. Du warst mein erster Anlaufpunkt in dieser damals neuen Stadt. In dir fühlte ich mich gleich gut aufgehoben. Das schummrige Licht, die Tanzfläche im schwarz-weißen Schachbrettmuster, die roten Wände. Der alte Flipperautomat, den nie jemand benutzte, außer um seine Jacke darauf abzulegen. Punkrock, Alternative und Indie wummerte aus den Boxen in jeder deiner Ecken. An manchen Abenden war es so voll und heiß, dass der Schweiß von der Decke tropfte. Und jeder tanzte und lachte. Doch wie die Zeit so verstrich, wollten immer weniger Leute mit in dir abhängen. Die einen störte das Bier auf deinem klebrigen Boden, die anderen die Musik. Andere wollten lieber dorthin, wo das scheinbar wahre Leben tobte, wo eben alle hin sind, egal was lief, hauptsache man sah sich und wurde gesehen.

Liebes Wohnzimmer, was war das gestern wieder schön. Dabei war es eigentlich wie immer. Alles sieht noch so aus wie vor fünf Jahren. Da waren lauter bekannte Gesichter, das Bier in deinem Kühlschrank war wie immer gut gekühlt, die Musik fantastisch. Ich habe es dir nie übel genommen, dass du immer die Lichter angeschaltet hast, wenn der letzte Bus längst gefahren war und der erste Bus noch Stunden auf sich warten ließ. So wie gestern. Der mehr als halbstündige Heimweg an den S-Bahn-Schienen entlang, durch den Nebel, die Musik auf den Ohren, den Berg hinauf, den Tag und die Nacht im Kopf. Jetzt verlasse ich bald diese Stadt und werde dich noch seltener aufsuchen als in den letzten Monaten. Aber wenn ich wieder komme, dann kann ich mich auf dich verlassen. Du wirst da sein. Mit den bekannten Gesichtern, dem kühlen Bier und der guten Musik. Wie damals.

Dienstag, 3. Februar 2009

Eltern und Kind-Dialoge

Vater: Hast du nicht in Mainz nicht auch noch ne Gitarre?
Ich: Nein, das ist ein Bass.
Vater: Das ist doch ne Gitarre, oder?
Ich: Nein, ne Gitarre ist ne Gitarre und ein Bass ein Bass.
Vater: Ist das nicht ne elektrische Gitarre?
Ich: Nein, aber ein elektrischer Bass.
Vater: Achso.

Kinder erklären Eltern die Welt. Das wird sicher fortgesetzt. Und wehe jetzt kommt jemand mit dem Begriff "Bassgitarre" angeschissen. ;)

Montag, 2. Februar 2009

Projekt 52 - 05/09: Sinnesflut


"Kommen wir aber nun zum dieswöchigen Thema. Dieses Mal ein Vorschlag von Chrissi mit dem Titel: Sinnesflut. Ich kann nicht 100%ig sagen, was sie mit diesem Vorschlag meinen könnte, vielleicht äussert sie sich dazu nochmal in den Kommentaren, denn es lässt doch viel Raum für Interpretation. Meine persönliche wäre zum Beispiel all das, was man über die Sinne aufnehmen kann, wie diese das vielleicht empfinden, ein bisschen wie eine Reizüberflutung. Und alles scheint in großem Maße stattzufinden."
http://www.mondgras.de/sari02/index.php/2009/02/01/p52-09-05-wochenthema/

Ich interpretiere Sinnesflut auch einfach mit Reizüberflutung. Und heute habe ich sie wieder erlebt, wo sie, meiner Meinung nach, am häufigsten vorkommt. Im Fußballstadion. Grelle Lichter, bunte Farben, viele Menschen. Es riecht nach Bier und Bratwurst und Schweiß. Man hört Gesänge und Trommeln, Klatschen und Pfeifen. Vollkommene Extase beim Torjubel. Während ich heute beim 1:1 von Srdjan Lakic für den 1.FC Kaiserslautern in der Partie gegen den FSV Mainz 05 noch inmitten meiner Leute mit irgendwem tanzte, drückte ich kurz auf den Auslöser meiner Kamera. Eine Momentaufnahme, verschwommen, genau richtig für das Wochenthema.

music+lyrics 2

Life's a bitch and life's a beach
Hauptsache es ist nicht egal!
(Bosse: Die Kunst des Verlierens)
Liebe ist kein Rock'n'Roll
Sie ist leise.
(Bosse: Liebe ist leise)
Wenn dich alles nur noch kaputt macht
Und du gehen wirst
Und deine Hand sagt fuck you
Dein Taxi steht vor der Tür
Und dann kommt diese Sehnsucht
Die nicht weiß, wo sie hin soll
Die dir Flügel verleiht
Und dich gleichzeitig platt macht
(Bosse: Irgendwo dazwischen)

Alles Texte vom neuen Bosse Album Taxi. Unglaublich gute Platte. Kann man gerade alles hören. Auf myspace. Viel Spaß. Liebt es und kauft es und liebt es noch mehr!

Samstag, 31. Januar 2009

Ulysses

Heute ist er da, der große Tag. Der Tag der Radtour. Denn mein treues, altes Fahrrad tritt den Weg von Mainz in die alte und bald neue Heimat an. 100 Kilometer liegen vor ihm und mir. Und da ich grundsätzlich faul nicht komplett bescheuert bin und mit einer Erkältung, Kopfschmerzen und bei Minusgraden und leichtem Schneefall am Rhein entlang fahre, suchen mein Fahrrad und ich im Internet nach einer geeigneten Zugverbindung.

Dreißig Minuten für die Strecke Wohnung-Hauptbahnhof sollten eigentlich reichen. Nach einer Minute fahre ich jedoch schon wieder zurück. Platte Reifen. Gut, hätte ich auch natürlich vorher mal testen können, ob sie noch prall wirken, wenn ich auf dem Sattel sitze. Für eine Blitzdiät ist keine Zeit, also schnell etwas Luft nachpumpen. Meine Uhr zieht schon die Augenbrauen hoch und blickt mich tadelnd an. Noch zwanzig Minuten bis der Zug fährt. Machbar. Trotz der angeschlagenen Gesundheit, trotz immer noch halb platter Reifen.

Natürlich habe ich ihn wieder unterschätzt. Den Autor meines Lebens. Viele Menschen schieben ja sämtliche Dinge auf den armen Herrn Murphy, aber ich habe mir kürzlich angewöhnt meinen persönlichen Schreiberling verantwortlich zu machen, wenn wieder alles schief geht. Das Leben ist ein Buch, oder so. Mein persönlicher Autor hat jedenfalls einen Rot-Tick. Mein Fußballverein ist rot, mein Auto bordeaux und die Ampeln knallten mir heute im satten Rot der Abendsonne, des Kraft-Ketchups, der Erdbeer-Gummibärchen entgegen. Ein Engelschor dringt an mein Ohr: "You're never going home... la la la la laa ... You're not Ulysses!" Ich schalte den iPod aus und trete in die Pedalen.

Um 12:12 erreiche ich den Hauptbahnhof. Puh. Noch vier Minuten Zeit. Wo fährt der Zug noch gleich? Achja, Gleis 3 - in einer Minute! Super, das wird eng. Hoch die Treppe, runter die Treppe, Zug kommt pünktlich, mein Fahrrad und ich sind gerade noch rein gekommen und wünschen uns beide ein Sauerstoffzelt - ich für meine Lunge, es für die Reifen. Ab gehts über den Rhein, hallo Wiesbaden, hinein ins Reisezentrum, Anschlussticket kaufen. Mir bleiben neun Minuten. Im Eingangsbereich renne ich erstmal fast gegen eine Infotafel. Neues System, Nummer ziehen, blah. Willkommen bei der Stadtverwaltung Deutsche Bahn Wiesbaden. Auf Monitoren blinken die zuletzt aufgerufenen Nummern. 308 an Schalter 5, 309 an Schalter 2, 310 an Schalter 3. Na was hab ich denn? 311. Kann das sein? Vor mir stehen doch noch zwei Frauen. Haben sie etwa...?

Die Zeit verstreicht. Eine Bahnmitarbeiterin flirtet mit einem Kunden, ein anderer wird von einer älteren Dame mit Alkoholfahne zugetextet. Noch vier Minuten. "Nummer 311 - Schalter 3". Die beiden Damen gucken verdaddert. Während der Bahnmitarbeiter den Erklärbär spielt "...Nummer ziehen...aufgerufen..." grüble ich. Nett sein und Ladies first? Oder doch lieber den Zug bekommen? Die Damen nehmen mir die Entscheidung ab und verlassen schnaufend das Reisecenter. Ein Anschlussticket bitte. Und ab. Wieder einmal sind mein Fahrrad und ich noch nicht richtig im Zug, als er sich in Bewegung setzt. Alles gut gegangen. Ich glaube, mein Autor ist doch nicht so übel. Auch wenn er mir ruhig mal hätte verraten können, dass ich im Zug nicht kontrolliert werde. Aber dafür hat man ja Ideale - und Herr Mehdorn 6,90€ mehr für seine Rente. La la la la laaa... I'm Ulysses!

Projekt 52 - 04/09: Kirchen


"Kommen wir nun aber zum neuen Wochenthema, das dieses Mal ein Vorschlag von Alexandra war: Kirchen …oder auch das Haus Gottes. Nun bin ich kein sehr gläubiger Mensch und werde mit Sicherheit nicht unbedingt dieses Thema mit Gott in Verbindung setzen, aber das soll jeder für sich selbst entscheiden können. Klar ist allerdings, dass es heutzutage durchaus mehr als nur die alten Kirchtürme gibt, die man früher überall gesehen hat. Die Kirchen von heute sehen teilweise wirklich total unterschiedlich aus. Ich bin gespannt, welche Ihr uns zeigen werdet."
http://www.mondgras.de/sari02/index.php/2009/01/25/p52-09-4-wochenthema/

Mir war irgendwie nicht danach eine Kirche von außen abzulichten. Die Kirche in Braubach ist eh nicht gerade die schönste. Ein grauer Klotz, mehr oder weniger liebevoll St. Beton genannt. Aber was mich immer recht fasziniert hat, war das Vater Unser, das in der Wand hinter dem Altar zu lesen ist. Das einzig wirklich Besondere an diesem Gotteshaus. Und auch eine gute Gedächtnisstütze für all die, die nur an Weihnachten in die Kirche gehen und so nicht lange überlegen müssen, wie denn der Text noch mal lautet.